Kleinkind / Kindergarten: Probleme, Ängste, Sorgen und - Hilfe!

Gefahren und Tücken beim zu frühen Kindergarteneintritt

In der heutigen Zeit, wo viele Kinder bereits als Babys in Kinderkrippen, Kindergärten usw. den Großteil ihres jungen Daseins verbringen entstehen nicht nur Vorteile für das Kind, sondern auch viele Prägungen, die sich weit früher als im Erwachsenenalter bemerkbar machen.

Selbst wenn sich das Betreuungsteam noch so liebevoll bemüht, sich um jede einzelne kleine Persönlichkeit zu kümmern, so ist es wegen des Personalmangels und der oft großen Gruppen unmöglich, auf die Bedürfnisse und Rituale jeden einzelnen Kindes voll einzugehen. Zusätzlich erschweren Verständigungsprobleme aufgrund von anderen Sprachen den Zugang zu den kleinen Geschöpfen. Sie bleiben somit unweigerlich zu einem gewissen Teil mit ihren Ängsten allein.

 


2 Stunden Kindergartenzeit versus 8 Stunden Bürozeit

 

Ein 6 - 8 Stunden Tag im Kindergarten stellt für ein 1 1/2 jähriges Kind eine extreme Belastung dar, weil es noch um ein Vielfaches mehr von seiner Umwelt wahrnimmt. Wir Erwachsene merken das bestenfalls, wenn Kleinkinder die gerade erst zu sprechen beginnen plötzlich Wörter wiederholen, die wir unmittelbar zuvor gesprochen haben, obwohl sie ganz woanders stehen und sich augenscheinlich intensiv mit etwas beschäftigen. Leider unterschätzen wir die Wahrnehmungsfähigkeiten unserer Kinder permanent auf's Neue!

Die vielen Eindrücke die bei rund 20 Sprösslingen und dem großen Angebot an Spielsachen, Lernmöglichkeiten, Wahrnehmungen und der unterschiedlichen Kinder auf sie regelrecht einprasseln, der Lärmpegel, die mitunter rauen, teilweise auch legitim ruppigen Umgangsformen zwischen den Kindern ... All dies bedeutet für diese kleinen Menschen eine Dauerbelastung und enorme Anspannung. Daher sind rd. 2 Stunden intensiver Kindergartenbesuch für Kleinkinder mit einem harten 8 Stunden Tag eines Erwachsenen gleichzusetzen.

Machtspiele

Kein Wunder also, dass sie am Abend gereizt reagieren, bzw. mitunter rebellieren. Weil wir Erwachsenen ja auch müde sind und im Grunde unsere Ruhe haben wollten, reagieren wir unweigerlich ebenfalls  genervt. Unser Sprössling merkt dies selbstverständlich im Moment der Begegnung und testet unsere Grenzen. Er spiegelt unsere Stimmung und versucht gleichzeitig zu eruieren, ob er sich noch auf uns verlassen kann, ob wir ihm Halt und Schutz bieten. Er wird entweder bockig, oder hört einfach nicht auf uns. Immer deutlicher steigt in uns der Unmut und immer mehr nimmt er unsere Machtlosigkeit und Unfähigkeit wahr, ihm Schutz zu bieten. Er kann sich also nicht mehr auf uns verlassen und versucht die Macht zu übernehmen... Die Machtspielchen nehmen ihren Lauf...

 

Nicht selten dürfen die Kinder am Abend dann auch noch aus unterschiedlichen Gründen Fernsehen. Selbst ein noch so lieber Zeichentrickfilm wird im Gehirn wieder - je nach Vorerfahrung - dementsprechend verarbeitet und zugeordnet. Was für uns vielleicht harmlos und völlig unbedeutend erscheint, kann für ein Kind ganz anders abgespeichert werden, wenn es bereits ein ähnliches Ereignis als unangenehm erlebt hat. Dazu kommt noch die kindliche Phantasie, die wir nie nachvollziehen können.

 

Wenn also Kinder ab dem zarten Alter von 14 Monaten rd. 7 - 10 Stunden dieser Reizüberflutung ausgesetzt sind, sind sie bis zum Beginn der Volksschule erschöpft. Sie bräuchten im Grunde Ruhe, müssen sich jedoch neuen Regeln und Anforderungen und Herausforderungen stellen... 

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Hilfe bei Schulangst, Schulproblemen

Trennungsschmerz, neue Umgebung, strengere Regeln, Leistungsdruck usw. erschweren den Kindern ihr junges Leben. In Folge können diese Belastungen zu körperlichen und psychischen Auswirkungen führen, da sich diese Erfahrungen tief einprägen und sich häufig in späteren Jahren verstärkt melden.

 

Leistungsdruck mit Folgen

Kinder leiden oft unter den vielen Anforderungen, die an sie gestellt werden. Sie fürchten sich vor Prüfungen, wollen die Eltern nicht enttäuschen, legen sich intuitiv selbst die Latte sehr hoch, können sich schlecht konzentrieren, verstehen so manche Aufgabenstellungen nicht...

Diese Belastungen erzeugen Druck.