Angst - DER Grundstein für Stress

Immer mehr Menschen leiden unter Stress und Angst.

Aber in unserer Leistungsgesellschaft wird Stärke und Härte gefordert, da haben positive Gefühle und Ausgeglichenheit keinen Platz. Der Wettbewerb verlangt, dass wir immer schneller, immer besser, immer flexibler sind.

 

Das ist der beste Nährboden für Stress und folglich für Angst. Wenn wir die erwarteten Anforderungen nicht so schnell schaffen, bekommen wir unbewusst Angst und strengen uns noch weit mehr an.

 

Genau diese Komponenten schleudern uns jedoch letztlich ins Out!

 

Lange gleicht der Körper das Ungleichgewicht mit "harmlosen" Symptomen aus. Wenn sich die Situation jedoch nicht ändert, reagiert er früher oder später mit Krankheit in verschiedenster Form. Von körperlichen Beeinträchtigungen, bis hin zu psychischen Reaktionen, wie Depressionen u.dgl.m. Denn die Frustration steigt in dem Maß, wie die Lebensfreude sinkt und die unbewusste Flucht in die Krankheit ist häufig die einzige Möglichkeit des Körpers, zur notwendigen Ruhe zu gelangen.

 

Mehr als 20 Prozent der Bevölkerung leiden offiziell unter Angstsymptomen, sechs Prozent haben Panikattacken, die Zahl steigt rasant an. Die Dunkelziffer ist weit höher, denn wir schämen uns, uns und der Umwelt zu gestehen, dass wir an Angstzuständen leiden. Andererseits werden die Symptome ja auch gar nicht als Angst wahrgenommen.

 

 

Die Angst versteckt sich hinter Symptomen

Das Gemeine an Angst ist, dass sie sich nicht nur in den klassischen Angstzuständen zeigt, sondern sich meist hinter Stresssymptomen versteckt, wie Anspannungen, Schlafstörungen, bis hin zu chronischen Beeinträchtigungen, wie Rückenschmerzen, oder Bluthochdruck.

 

Angst sollte daher in jedem Fall rechtzeitig und gezielt bekämpft werden, bevor sie sich manifestiert.

Oft liegen die Ursachen für diverse Angststörungen sehr weit zurück.

 

Sobald bestimmte Situationen eintreten, werden die – meist seit frühester Kindheit – abgespeicherten, negativen Gefühle aktiviert und die altbekannten Symptome machen sich auf Kommando bemerkbar.

 

 


„Du wirst das nie können!“

Wer kann sich nicht mehr an Redensarten erinnern, wie:

 

"Stell dich nicht so ungeschickt / dumm an!"

"Angsthase!"

"Das musst du doch können!"

"Feigling!"

"Mein Gott, bist du aber unfähig!"

"Lass das bitte! Du kannst das nicht!"

 ...

 

Die Liste könnte noch endlos weitergeführt werden. Es spielt im Grunde keine Rolle, ob diese Phrasen von Eltern gekommen sind, von anderen Autoritätspersonen, oder von Schulfreunden. Verletzend, oder demütigend waren sie allemal und je nach Häufigkeit und Vehemenz, mit der diese Aussagen gesprochen wurden, haben sie sich in unserem Gehirn eingespeichert.

Selbst wenn unser Gegenüber die Enttäuschung, oder Belustigung über unsere fehlenden Leistungen nicht ausspricht - es kommt unwillkürlich bei uns an, weil wir auch über unausgesprochene Signale, wie Mimik, oder Körperhaltung miteinander kommunizieren.  

 

Mit jedem Ausspruch wurden also die negativen, beeinträchtigenden Sätze mit einem unsichtbaren Stift nachgezogen - immer dicker, immer fester, immer sichtbarer und glaubwürdiger. Und werden sie es nach wie vor. Denn nur selten sagt das im Erwachsenenalter noch jemand so direkt zu uns. Dafür haben wir es selbst übernommen und merken gar nicht mehr, wie oft wir im Grunde sagen:

 

"Ach bin ich dumm!"

"Ich kann das nicht!"

"Das geht nicht!"

"Ich bin dafür nicht geschaffen!"

"Ich bin eine Niete!"

"Ich habe zwei linke Hände!"

...

 

 

Lesen Sie mehr dazu:

Leistungsdruck mit Angst im Hintergrund

Demütigende Sätze von Eltern, Lehrern, Freunden usw. haben uns aber vielleicht auch soweit angetrieben, dass wir es beweisen wollten – uns, und den anderen!

 

Wir haben ja schon gehört: Stress entsteht durch Angst!

 

"Ich habe Angst, etwas nicht zu schaffen, daher muss ich schneller, besser werden!"

 

Wir haben uns permanent bemüht, immer mehr zu geben und über unsere Grenzen zu gehen, ...

 

Angst - Medikamente als Retter?

Mit scheinbar letzter Kraft schleppen wir uns zum Arzt und hoffen, Medikamente holen uns wieder ins Leben zurück. Doch diese lindern im Idealfall das Erschöpfungsgefühl und decken die Probleme mehr oder weniger gut zu, aber sie können unsere Lebensgeschichte nicht ändern.

 

Der Parasit 'Versager' rumort stattdessen in unserem Unterbewusstsein permanent weiter und lässt uns nicht zur Ruhe kommen, weil wir ja auch nichts gegen IHN direkt unternehmen.


 

Es ist daher höchst an der Zeit zum bewussten Hinschauen!

 

Es ist höchst an der Zeit, sich den verdrängten Ängsten und Problemen zu stellen!

 

Es ist höchst an der Zeit, sinnvolle Hilfe in Anspruch zu nehmen!

 

Hilfe und Unterstützung sollte schon viel früher gesucht werden, denn es fällt uns im Ausnahmezustand der totalen Erschöpfung extrem schwer, uns aufzuraffen, um uns auch andere Unterstützung zu holen.

 

Trotzdem sollte der Weg unbedingt auch in den Zeiten der fühlbaren Starre beschritten werden! Es lohnt sich in jeder Hinsicht!